Das der Bachelor-Abschluss, sowie auch der Master, bei den deutschen Unternehmen noch nicht wirklich akzeptiert ist liegt vor allem daran, dass er relativ neu und einfach unbekannt ist. Die Unternehmen haben Schwierigkeiten die Bachelor- Absolventen ihrer Kompetenzem nach einzuschätzen und genau einzuordnen. Dies wiederum ist auch eine Folge davon, dass die Hochschulen ihr Curriculum im größten Teil selbst bestimmen. Das heißt, die Lehrpläne und Lehrinhalte sind in unterschiedlichen Hochschulen nicht homogen. Das erschwert auch einen generellen Überblick über die Kenntnisse der Absolventen zu bekommen und den Qualifikationsgrad des Bachelors einzuschätzen.
Das ist nicht nur ein Problem in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Staaten. Ein interessanter Artikel dazu, der sich mit der Problematik der Akzeptanz des Bachelors in Österreich auseinandersetzt ist „Der Bachelor, das unbekannte Wesen„. Hier geht es um die „Employability„, also wie beschäftigungsfähig Absolventen sind. Wie sich die Absolventen am Arbeitsmark machen wird sich noch herausstellen und dann oder besser sogar schon jetzt sollte man sich mit der Frage beschäftigen, was noch anders/besser gemacht werden kann um die „Employability“ und die Akzeptanz in den Unternehmen und auch in der Öffentlichkeit zu erhöhen.
Um die Akzeptanz an den Universitäten, insbesondere bei den Professoren, geht es in dem Artikel „Der Bachelor ist richtig – im Prinzip“ von George Turner. Er bezieht die Entwicklung hin zum Bachelor bzw. einer kürzeren Studiendauer auf die Entwicklung des Anteils der Studierenden. Eine Anpassung hinsichtlich dieser Entwicklung war schon lange vor „Bologna“ ein Diskussionsgrund:
Innerhalb von 50 Jahren ist der Anteil der Studierenden an der relevanten Altersgruppe, also unter den 20- bis 25-Jährigen, von 300 000 auf rund zwei Millionen gestiegen – von 3,5 Prozent auf über 35 Prozent. Das Ausbildungssystem blieb im Prinzip gleich. Die durchschnittliche Studiendauer betrug rund 13 Semester, das Durchschnittsalter der Absolventen 28 Jahre. Lange bevor von „Bologna“ die Rede war, gab es immer wieder Bemühungen, das Universitätsstudium den veränderten Größenordnungen anzupassen. Alle Versuche scheiterten, im Wesentlichen entweder an der Weigerung der Professoren, Inhalte zu konzipieren, die in kürzerer Zeit studierbar waren oder am Widerstand der Studierenden, die entsprechende Änderungen als einen Handlangerdienst im Interesse des Kapitalismus bekämpften. Inzwischen hat sich die Stoßrichtung verändert: „Bologna“ ist an allem schuld.